Steven Heelein erhält Max-Baumann-Medaille

Am 25. Mai 2022 erhielt unser ehemaliger Schüler Steven Heelein als erster Empfänger die neu gestiftete Max-Baumann-Medaille aus der Hand von Prof. Dr. Adelheid Geck, der langjährigen Vorsitzenden der Max-Baumann-Gesellschaft e. V.

Der Namensgeber Max Baumann wurde 1917 als Sohn eines Musiklehrers in Kronach geboren. Nach anfänglichem Musikunterricht im Elternhaus führte ihn sein Weg über Halle und Passau nach Berlin, wo er an der Hochschule für Musik Dirigieren, Klavier und Posaune sowie bei dem Hindemith-Schüler Konrad Friedrich Noetel und später bei Boris Blacher Komposition studierte. Seit 1946 war Baumann zunächst als Dozent für Klavier und Tonsatz, dann mit mehreren Fächern in der Abteilung Schulmusik an der Berliner Musikhochschule tätig. Dort wurde er 1960 zum Professor berufen und schließlich 1978 emeritiert. Baumann trat auch als Dirigent und Chorleiter in Erscheinung und war nach dem Tod Karl Forsters 1963 interimistischer Leiter des Chors der St. Hedwigs-Kathedrale.

Prof. Steven Heelein erhält Max-Baumann-Plakette aus der Hand von Prof. Dr. Adelheid Geck

Als nach Baumanns Tod im Juli 1999 aus seinem großen Freundes- und Schülerkreis der Wunsch erwuchs, sein Werk auch für nachfolgende Generationen lebendig zu erhalten, wurde die Max-Baumann-Gesellschaft ins Leben gerufen. Sie stiftet nun die Max-Baumann-Plakette als Auszeichnung für Musikerinnen und Musiker, die einen künstlerischen oder wissenschaftlichen Bezug zum Werk Baumanns haben, z. B. indem sie seine Werke als Interpret:innen zur Aufführung bringen, zum Gegenstand musiktheoretischer Analyse und musikwissenschaftlicher Deutung machen oder als Anregung und Motivation für das eigene Komponieren nutzen.

Im Fall von Steven Heelein werden gleich zwei dieser Voraussetzungen erfüllt. Vor allem gilt die Auszeichnung dem Komponisten Heelein, dessen Kompositionen mit geradezu frappierender Regelmäßigkeit Preise bei verschiedensten Wettbewerben erringen. Wie für Max Baumann bildet auch für ihn ein transzendental ausgerichteter Katholizismus eine wichtige Inspirationsquelle für seine geistliche Werke, deren Texte meist über die liturgischen Vorlagen hinausgehen und in eigener Zusammenstellung zeitgenössische Dichtungen einbinden.

Aber auch als Interpret setzt sich Heelein, der seit 2015 eine Professur für Chorleitung an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth bekleidet, für das Werk Max Baumanns ein. Bereits während seiner Schulzeit an unserer Musikfachschule in Kronach kam er mit der Motette „Herr, neige dein Ohr zu mir“ in Berührung, die zu den bevorzugten Werken des damaligen Schulleiters Walter Klose gehörte. Der Eindruck war so stark, dass er sie bei seiner Zwischenprüfung im Fach Chorleitung als Prüfungsstück wählte.

Wir freuen uns riesig, dass ein ehemaliger Schüler diese ehrenvolle Auszeichnung erhält und somit einmal mehr spürbar wird, dass die Zeit an unserer Schule bleibende und prägende Eindrücke hinterlässt.

Herzlichen Glückwunsch, lieber Steven!