Schulleitung, Chorsingen, Chor- und Ensembleleitung, Partiturspiel, Formenlehre, Klavier, Ethik

1972 geboren im Ruhrpott (Herne), 1974 umgetopft ins nordhessische Waldbauerndorf Homberg-Hülsa

musikalische Menschwerdung durch Blockflötengruppe, Klavier-Unterricht, Posaunenchor, Schüler-Bigband, Posaunen-Unterricht und Orchesterfreizeiten

1991 Abitur und anschließend (nach überraschender Ausmusterung) Besuch der oberfränkischen Berufsfachschule für Musik in Kronach

erste Gehversuche als Chorleiter (der Chorgemeinschaft Seibelsdorf), Abschluss mit C-Prüfung Kirchenmusik

ab 1993 Studium Künstlerisches Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Musik und Deutsch an der Hochschule für Musik und Theater Hannover (Hauptfach Klavier bei Prof. Julia Madatova, Nebenfach Blockflöte bei Prof. Ulrich Thieme, Chorleitung bei Prof. Wolfram Wehnert und Prof. Walter Nußbaum) sowie an der Universität Hannover (vor allem bei Prof. Martin Rector)

vertiefende Studien in historischer Musikwissenschaft (vor allem bei Prof. Arnfried Edler) und Philosophie (vor allem bei Prof. Ulrich Pothast)

während des Studiums Leitung verschiedener hannoverscher Chöre und Vokalensembles (Augustus-Chor, Canta Nova, TUI-Chor, Chor der Medizinischen Hochschule Hannover) und Mitarbeit im Knabenchor Hannover unter Prof. Heinz Hennig (großes Vorbild!)

aktive Teilnahme an Meisterkursen bei Eric Ericson, Frieder Bernius, Hans Michael Beuerle, Hermann Max, Christoph Schönherr und Andrew Parrott (Chorleitung) sowie Lutz Herbig und Peter Gülke (Orchesterleitung)

2002 bis 2004 Aufbau-Studium Dirigieren: Chorleitung (bei Prof. Jörg Straube und Prof. Hans-Rainer Förster) an der Musikhochschule Würzburg mit Abschluss Diplom-Musiker

2002 bis 2019 stellvertretender Leiter der oberfränkischen BfM in Kronach, seit 2019 deren Schulleiter

2004 bis 2019 künstlerischer Leiter des Sinfonieorchester-Projekts Kronacher Klassik AKADEMIE (bis 2015 auch als Dirigent)

mit dem selbst gegründeten Kammerchor „kleine kantorey“ mehrfach erfolgreiche Teilnahme an nationalen und internationalen Chorwettbewerben

Veröffentlichung von Chor-Kompositionen und -Arrangements im Berliner Chormusikverlag, im Bärenreiter-Verlag, bei Walton Music und in der Choral Public Domain Library

Unterrichtskonzepte

Chorsingen: Musik allein mit den Mitteln der menschlichen Stimme zu machen, kann faszinierend sein. Im Chor treffen sich alle Schüler/innen mit nichts weiter als ihrer Stimme, um mehrstimmige Kompositionen zum Klingen zu bringen. Dabei reicht die Bandbreite des Repertoires von Madrigalen des 16. Jahrhunderts über chorsinfonische Werke und romantische Chorlieder bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen und Jazz/Rock/Pop-Titeln, die auch Sprechgesang oder Mouth-Percussion einbeziehen können.

Chorleitung II: Nachdem im I. Schuljahr schlagtechnische und probenmethodische Grundlagen anhand ein- bis dreistimmiger Volksliedsätze erworben werden, dient das II. Schuljahr einer Vertiefung und Verfeinerung der erworbenen Kenntnisse anhand exemplarisch ausgewählter vierstimmiger Chorsätze verschiedener Stile und Epochen. Thematisiert wird außerdem die chorische Stimmbildung sowie die Anleitung spontaner Formen des gemeinsamen Musizierens wie Circle-Song, Rhythmical oder Sprech- und Bodypercussion-Loop.

Partiturspiel: Vielstimmige Vokal- und Instrumentalwerke mit einfachen Mitteln am Klavier darzustellen, erfordert neben einem gesteigerten Tastsinn (Blick auf die Noten, nicht die Pfoten!) vor allem die Kunst des Weglassens und Andeutens. Durch die Koppelung des Partiturspiels an den Chorleitungs-Unterricht erhalten die Inhalte einen starken Praxisbezug und werden Synergie-Effekte genutzt.

Formenlehre/Werkanalyse: Während das ungeschulte Auge in einer Partitur zunächst nur eine willkürliche Aneinanderreihung von Tönen sieht, will das Fach Formenlehre dazu verhelfen, im Dschungel der Noten Strukturen zu erkennen und die Architektur von Musik zu begreifen. Denn genauso wenig, wie man ein Haus baut, indem man einfach Stein auf Stein schichtet, komponiert man Musik, indem man Ton an Ton reiht. Dem Bauplan musikalischer Werke auf die Schliche zu kommen, ist daher das Ziel der musikalischen Formenlehre.

Gehörbildung I: Mithilfe methodischer Mittel wie Finger-Metronom, Rhythmussprache, Solmisation etc. will mein Unterricht die Fähigkeit trainieren, musikalische Ereignisse wie Rhythmen, Intervalle, Akkorde, Harmonie- und Formverläufe hörend zu begreifen, zu benennen und in Notenschrift zu übersetzen, sowie umgekehrt durch die Reproduktion notierter Rhythmen und Melodien die innere musikalische Vorstellungskraft zu schulen. Dabei gilt aber: Gehörbildung ist eine Lebensaufgabe!

Kammerchor: Im klein besetzten Kammerchor der BfM singen neben den vokalen Hauptfächler/innen auch stimmlich besonders begabte Schüler/innen mit instrumentalen Hauptfächern. Auf dem Programm stehen anspruchsvolle Vokalwerke aller Epochen, und die Bereitschaft zum selbständigen Vor- und Nachbereiten der Proben ist Voraussetzung zur Mitwirkung. Projektweise öffnet sich das Ensemble auch für ehemalige Schüler/innen der BfM sowie für ambitionierte Sänger/innen aus ganz Franken und konzertiert dann überregional unter dem Namen „kleine kantorey„.

Deutsch: Da es zwischen Text und Ton, zwischen Sprache und Musik, zwischen Literatur und Komposition vielfältige Berührungspunkte gibt, eröffnen sich zahllose Möglichkeiten, einen für Musiker (hoffentlich) interessanten und relevanten Deutsch-Unterricht zu gestalten 🙂

Ethik: Was heißt „ethisch“, und kann man eigentlich „unethisch“ handeln? Gibt es einen Unterschied zwischen Ethik und Moral? Welche ethisch-moralischen Fragen stellen sich uns im 21. Jahrhundert? Welche Grundsätze sollten unser Zusammenleben mit anderen Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen) auf unserem Heimatplaneten (und vielleicht auch darüber hinaus) bestimmen? Wann darf ich gegen moralische Grundregeln verstoßen? Darf ich etwa einen Menschen töten, um das Leben von zehn anderen Menschen zu retten? Das Fach Ethik stellt eine Menge verzwickter Fragen und experimentiert (ähnlich wie im Chemie- oder Physik-Unterricht) mit gedanklichen Konstellationen, um Antworten darauf zu finden.